Dienstag, 21. Mai 2013

Wir kaufen Herbal Essence - Maus tot! Wir kaufen H&M - FRAU tot!

Ich muss jetzt mal was loswerden. Ehrlich gesagt erschreckt es mich, wie die Gesellschaft bei uns gegenüber diversen Themen blind und taub ist oder sich blind und taub stellt! Es werden Aktionen gegen Tierversuche in der Kosmetikindustrie gestartet, aber über das Thema Ausbeutung von Menschen durch Textilkonzerne hat kein Aas gebloggt. Nicht mal, als es in den Nachrichten kam. Nein, im Gegenteil, es werden weiterhin Primark und H&M-Hauls eingestellt, ich könnte echt kotzen!!!

Ich schätze, es dürfte niemandem entgangen sein, dass in Bangladesh (und nicht nur dort) in diesem und den letzten Jahren viele Menschen zu Tode gekommen sind, damit man sich bei H&M oder Primark ein Oberteil für 5 Euro kaufen kann? Wusstet ihr, dass jährlich 2 Millionen T-Shirts aus Bangladesh eingeführt werden? Für einen Wert von - Achtung - unglaublichen 4 Millionen Euro??? Das heißt ein T-Shirt hat den Wert von 2 Euro!!! Will jemand bitte bei seinem nächsten "Haul" so nett sein und sich überlegen, ob er sich nicht gerade total verarschen lässt und was wohl derjenige, der den Fetzen zusammengenäht hat, davon hat?

Versteht mich nicht falsch, ich möchte auch gut gekleidet sein. Aber nicht für diesen Preis. Es liegt meiner Meinung nach in der Hand der Konzerne, die Produzenten anständig zu zahlen und dafür zu sorgen, dass menschenwürdige Arbeitsbedingungen eingehalten werden. Selbst wenn diese Länder keine so strengen Gesetze haben wie wir, wieso gibt das denn bitte einem Konzern das Recht, diese Menschen derart auszubeuten? Bangladesch ist bekannt dafür, dass in den rund 5.000 Textilfabriken, in denen gut 3,6 Millionen Menschen arbeiten (87 Prozent davon Frauen), die Sicherheitsstandards nicht beachtet werden. Der Grund liegt darin, dass der Bekleidungssektor den Großteil der Exporterlöse Bangladeschs erwirtschaftet und viele Mitglieder des Parlaments selber Fabrikbesitzer sind. Das heißt, es gibt es wenig Kontrolle und viel Bestechung, die von Firmen, wie Primark, Mango, Zara, Tommy Hilfiger, Tchibo, Benetton, H&M, C&A und vielen weiteren gezahlt wird. 

3,6 Millionen Menschen, das sind drei Mal so viele Einwohner wie das Saarland hat oder halb Berlin, oder 1/4 von Baden-Württemberg!! Wir nehmen es in Kauf, diese vielen Menschen durch unseren Geiz und Konsumgeilheit auszubeuten und womöglich auch zu töten. Wie mit den Tieren. 

Was kann getan werden? 


Vom Staat: Führt endlich eine Unternehmensstrafbarkeit für arbeitsrechtliche Verfehlungen im Ausland ein! Exteritoriale Verfehlungen sind in diesem Bereich im deutschen Gesetz von der Strafverfolgung ausgeschlossen! Es muss endlich aufhören, dass sich internationale Unternehmen aus ihrer gesellschaftlichen Verantwortung stehlen können!

Von uns: In erster Linie sollte man ein Bewusstsein dafür entwickeln, woher die Kleidung kommt. Das erste, was ich getan habe, war, mir meinen Kleiderschrank anzusehen. Ich war danach geschockt, wie viele Klamotten ich habe, die aus Bangladesh sind. Und das, obwohl ich etwa 1 Mal in 5 Jahren bei H&M bzw. den o.g. Unternehmen einkaufe. Es gibt so wahnsinnig viele Hersteller (auch teure), dass es nahezu unglaublich ist, welche Preise am Markt mit einem bekloppten Polo-Shirt erzielt werden, das einen Wert von 2 Euro hat. Wir werden hier nach Strich und Faden verarscht!

Ich sage nicht, dass man nie wieder dort kaufen darf, da ich weiß, dass nicht jeder es sich leisten kann, faire Kleidung zu kaufen. Aber ich sage, wenn ihr das nächste Mal meint, ihr "müsst" ein Teil unbedingt haben, denkt kurz darüber nach, ob es tatsächlich so ist, oder nur eine Mode- und Konsumgeilheit befriedigt werden soll. Überlegt, ob Masse = Qualität ist und ob Stil wirklich was damit zu tun hat, billige Klamotten zu horten und zu hoffen, dass man sie gut kombiniert. 

Gebt Kleidung weiter und kauft auch gebrauchte Kleidung in Second Hand Shops, auf Kleiderkreisel, bei eBay - es gibt genug Wege, nicht immer wieder die Nachfrage zu erhöhen. 

Wer kann, näht sich selbst die Kleidung oder kauft faire Kleidung. Es gibt bekannte Siegel, wie "Fair Wear" zum Beispiel, oder "IVN Best Naturtextil".


So, das war jetzt meine Predigt für heute, ich hoffe, ich habe wenigstens ein paar Menschen zum Nachdenken gebracht.

Samstag, 18. Mai 2013

Wedding Update: Schuhe umlackiert (DIY)

Im Zuge der Mission Bridal Outfit Completion hat die allerliebste ma_belle ihre Samstage geopfert, um a) mit mir meinen Brautgürtel zu fabrizieren und b) meine innig geliebten alten Plateauschuhe auf "neu" zu trimmen. Die Schuhe sind nach dem Brautgürtel nun ebenfalls fertig. Hier nun das How-To und das Ergebnis.
Die Schuhe habe ich seit ich, hmmm, schätzungsweise 17 bin. Sie sind unglaublich bequem, ich habe sie geliebt (insbesondere, weil ich meine Körpergröße damit um sagenhafte 12 cm in Höhe schrauben kann) und wirklich sehr oft getragen. Leider hat das Spuren hinterlassen: sie waren völlig verschrammt, der Lack hatte viele hässliche schwarze Striche und kaputte Stellen. Auch mein Papa hatte sich vor Jahren mal mit Lack und Pinsel dran zu schaffen gemacht, was aber mittlerweile leider auch nicht mehr so prickeld aussah. Also was tun? Umlackieren? Geht das? Und wenn ja, wie und mit was? Google und Youtube sagen leider nichts dazu, ein Hersteller von Autolack-Spray hat sich vermutlich totgelacht und mir geschrieben, dass das so noch keiner ausprobiert hätte. Aber ich hatte ja nix zu verlieren, so hätte ich sie eh nicht mehr angezogen, also dachte ich mir, dann spray ich halt.

ma_belle hatte noch die clevere Idee, die Macken auszubessern und so haben wir folgende Ausrüstung besorgt und losgelegt:
  • green stuff
  • Grundierungslack für Kunststoffe von obi (5,95 €)
  • Sprühlack von Obi in creme (5,95 €)
  • Klebeband

How-To:

  1. Schuhe säubern und abtrocknen
  2. mit green stuff die Löcher zustopfen und gut verreiben, damit der Übergang nicht sichtbar ist
  3. Sohlen unten und innen abkleben.
  4. Grundierungslack draufsprühen
  5. 15 Min warten
  6. Farblack draufsprühen, dabei etwas aufpassen, dass sich keine "Nasen" bilden
  7. 45 Min warten
  8. nochmal eine Schicht draufsprühen
  9. vollständig trocknen lassen
  10. die Klebestreifen entfernen
  11. über das Resultat freuen

Dabei ist folgendes festzustellen:
  • Lackschuhe KANN man mit Sprühlack umlackieren. Aber sie werden matt (fand ich persönlich gut).
  • Der Lack fängt an den Stellen an zu reißen, die beweglich sind, d.h. bspw. an den Riemen. Das stört mich nicht, denn es soll ja nur einen Tag halten und man sieht sie sowieso kaum.
  • Es empfiehlt sich, sich beim Sprühen nicht gegen den Wind zu stellen...
  • Eine Dose Farblack wurde fast komplett vernichtet, aber das Ergebnis ist sehr gut deckend und überraschenderweise ist es exakt der Farbton meines Kleides *staun*
Die Schuhe wurden danach von der weltbesten Brautbetreuerin weiter gepimpt ("Es muss GLITZERN!") und ich bin restlos begeistert. Sie werden super zum Kleid passen und für wenig Geld hab ich meine Lieblingsschuhe wieder!!! Das freut mich ganz besonders, denn ich verbinde viele, sehr schöne Erinnerungen mit ihnen: In diesen Schuhen habe ich Nächte durchgetanzt und war mit ihnen und meiner Wildlederschlaghose auf meiner Vespa unterwegs zu ominösen Partys. Sie haben mich kilometerweit getragen, über Stock und Stein, Strand und Waldboden, durch Clubs und Shopping Malls, durch zahlreiche Urlaube und sonstwo hin. Niemals hatte ich Blasen, niemals gingen sie wirklich kaputt (höchstens mal die Zehen derer, auf die sie getreten sind... ähem). Autofahren ging auch bestens. Selbst im Regen waren sie einfach perfekt - ich hatte niemals nasse Füße! Sie sind wie für mich gemacht und jetzt haben sie den größten Auftritt ihres (Schuh-)Lebens!

Die Verwandlung: 


Vorher


Nachher

Freitag, 17. Mai 2013

Wedding Update: Invitation Card

Unsere (von mir) lang, lang ersehnte Einladungskarte ist endlich angekommen und wurde auch bereits verschickt! Die Karte hat ein Freund von uns von seinem Grafikdesigner gestalten lassen, und ich finde sie ist einfach super geworden. Wir - d.h. mein Mann - wollte was anderes, als die handelsüblichen Einladungen. Die Definition war daher wie folgt: elegant, stylish und modern, nicht kitschig (!), nicht verspielt und auf keinen Fall altbacken. Aber sie musste auf jeden Fall edel und nach Hochzeit aussehen, d.h. nichts komplett verrücktes. Ach ja, und sie musste violett sein, bzw. zumindest violette Elemente beinhalten. Und das kam dabei heraus!



Außenseiten

Innenseite

Die Karte wird in der Mitte gefaltet, so dass sie quadratisch ist. Gedruckt wurde sie auf einem festen, leicht glänzenden Kartonpapier mit Leinenstruktur. So wirkt die Karte edel und trotz der Muster nicht zu verspielt, da die Farbe durch das strukturierte Papier leicht unregelmäßig wird. "Retro-Style" soll das sein, sagt der Fachmann.

Die Typographie gefällt mir supergut und die Scherenschnitte von uns beiden sind richtig gut geworden. Auch die Farbe ist  sowas von ganz genau das, was mir im Kopf herumgeschwirrt ist. Toll, toll, toll! Ich bin total begeistert und freue mich wie ein Schneekönig, dass mein Mann darauf bestanden hat, die Karte professionell gestalten zu lassen und nicht einfach irgendwas im Internet zu bestellen. Sie ist auf jeden Fall einzigartig und ich habe so eine Hochzeitseinladung auch noch nie gesehen. Was sagt ihr zu dem Schmuckstück?