Xylit oder auch Xylitol ist ein
anderer Name für Pentanpentol, einen
Zuckeralkohol, der als Zuckeraustauschstoff (E 967) verwendet wird. Damit ist es ein sog. niedermolekulares Kohlenhydrat, hat aber etwa 40% weniger
Kalorien und 75% weniger Kohlenhydrate als herkömmlicher Zucker. Die
Entdeckung geht auf den Nobelpreisträger Emil Fischer zurück.
Xylitol
befindet sich neben Sorbitol als natürlicher Zuckeralkohol in vielen
Gemüsesorten (u. a. Blumenkohl) und Früchten (u. a. Pflaumen, Erdbeeren,
Himbeeren), wobei der Anteil kleiner als 1 % in der Trockenmasse ist, sowie in
der Rinde bestimmter Holzarten (z. B. Birke, wird daher auch oft Birkenzucker genannt).
Industriell
wird Xylitol durch chemische Modifikation von Xylanen (Holzgummi) über den
Holzzucker Xylose gewonnen. Die industrielle Herstellung ist aufwändig, was Xylitol
zu einem verhältnismäßig teuren Zuckeraustauschstoff macht. Heute erfolgt die
Gewinnung häufig aus Resten von Maiskolben nach Abernten der Körner. Möglich
ist dabei auch der Einsatz von gentechnisch verändertem Mais! Wer das nicht unterstützen möchte: Augen auf, beim Xucker-Kauf!
Der Gesundheitsaspekt
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Ein Xylit-Kristall (Polarisation) |
Xylit kommt auch in unserem Körper vor: unsere Leber produziert
Xylit und zwar täglich zwischen 5 und 15 Gramm. Die
Besonderheit an Xylitol ist seine in verschiedenen klinischen Studien
nachgewiesene kariostatische und antikariogene Wirkung. Interessanterweise kann anscheinend
sogar das Kauen von Kaugummis mit Xylitol während der Schwangerschaft das
Kariesrisiko des ungeborenen Kindes verringern. Im Vergleich zu Zucker, kann
Xylitol von Kariesbakterien nicht verwertet werden und liefert ihnen somit auch
keinen Nährboden. Xylitol hat auch antibakterielle Eigenschaften und bewirkt,
dass sich weniger Kariesbakterien im Zahnbelag ansiedeln.
Xylit wird im Körper ohne Insulin abgebaut, so dass auch
Diabetiker den Stoff verwenden können und er auch für low carb Ernährung in Frage kommen kann.
Man
sollte aber auch wissen, dass die Kohlenhydrate hier etwa deutlich höher als
bei Stevia sind: 100 g Xylit / Xucker haben ca. 40 g Kohlenhydrate.
Außerdem muss man seinen Körper erst an Xylit gewöhnen. Da der Dünndarm nur eine geringe
Menge des Stoffes aufnehmen kann, gelangt der Rest gelangt in den Dickdarm, wo
er aufgrund seiner wasserbindenden Eigenschaft zu Durchfall führen kann. Bereits
eine Menge von 0,5 g pro kg Körpergewicht kann anfangs abführend wirken! D.h.
bevor man es als Zuckerersatz beim Backen verwendet, sollte man sich erst
langsam daran gewöhnt haben!
Achtung Hundebesitzer: auf einige Säugetiere,
vor allem Hunde, wirkt Xylitol toxisch, da es bei Hunden eine Insulinüberproduktion hervorruft! Bereits eine Dosis von 0,1 g
pro kg Körpermasse wirkt tödlich für das Tier.
Anwendung:
In Finnland wird das Produkt unter dem Namen "Xucker" bereits seit über 30 Jahren verkauft. Der Geschmack ist süß, mild und ähnelt von allen Zuckeralkoholen am stärksten dem Zucker. Daher eignet es sich sehr gut als Zuckerersatz für Speisen und Getränke aller Art.
Mengenmäßig
kann es 1:1 wie Zucker eingesetzt werden und ist sogar als Gelierzucker
erhältlich. Xylitol gibt es auch in unterschiedlicher Körnung, von sehr feinem
Pulver bis hin zu groben Kristallen.
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feine Körnung |
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grobe Körnung |
Kostenmäßig ist Xylit zumindest hierzulande leider einer der teuersten Zuckeraustauschstoffe:
1 kg Xylit oder Xucker ist online derzeit für 9,50
erhältlich. Es gibt natürlich auch Vanille-Xucker und sonstige Produkte, wie
Schokolade, Lutscher, Bonbons oder Kaugummis.
Ein weiteres Xylitprodukt ist Erythrit, auch als Sucolin
oder SUKRIN bekannt. Es hat dieselben Eigenschaften wie Xylit, besitzt aber
geringere Süßkraft und hat weniger Kalorien. Xucker "light" sozusagen.
Weitere Infos und Bezugsquellen:
Bilderquellen:
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